Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels gab im Dritten Reich die Richtlinien des „rechten Denkens“ vor. Das Hauptziel der Reichskulturkammer war die staatliche Organisation und Überwachung bzw. Kontrolle der Kultur. Demnach diente die Reichskulturkammer der Gleichschaltung der Kultur, um alle gesellschaftlichen Bereiche zu kontrollieren. Heute gibt es den „linken“ Mainstream und dessen politische Korrektheit. Eine mächtige Allianz aus Merkel, Gauck und anderen Spitzenpolitikern, aus Gewerkschaften, Kirchen, muslimischen Verbänden, die Amadeu-Antonio-Stiftung, den großen Medien und Talkshows bis hin zur terroristischen Antifa und einem Justizminister der sich eher als Gesinnungsminister hervortut. Sie teilen in Hell-Deutschland und Dunkel-Deutschland. Sie stellen jeden der nicht dem „linken“ Mainstream und dessen politische Korrektheit entspricht in die rechten Ecke bzw. diffamieren sie ggf. gleich als Nazis. Dieser Mainstream, diese Gut"herren"menschen ersetzen das Grundgesetz. Sie verbreiten und verüben ein subtiles Klima der Angst und Unterdrückung in allen gesellschaftlichen Bereichen. Sie üben Zensur und gesellschaftlichen Druck aus, wo immer es ihnen möglich ist. Sie geben das neue „Rechte Denken“ vor und schränken das Grundrecht auf Meinungs- und Informationsfreiheit ein. Da würde selbst ein Joseph Goebbels vor Neid erblassen. Dieser Blog – soll "Neues" aus der „neuen Reichskulturkammer“ - mit zusammengetragenen Beiträgen aus dem Internet - widerspiegeln.

Der Philosoph Theodor W. Adorno: „Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.“

Saturday, June 25, 2016

Freiwillige Selbstkontrolle, Meinungswäsche

Vielfach war und ist bei uns die Rede von der "Lügenpresse". Man muss aber gar keine Lügen verbreiten. Es reicht schon, wesentliche Teile der Wahrheit zu verschweigen. Berichtet Professor Josef Bayer aus der Provinz.



Manfred Weber (CSU) sprach schon von der Abstimmung von "geschiedenen Leuten", die wir, die guten, die "Hell-Europäer", und die Briten, nach einem BREXIT dann die "Dunkel-Europäer", wären. Nationalstolz gerne, aber bitte nur, wenn es um Operetteninszenierungen mit der Königsfamilie geht. Argumente, die für den Ausstieg sprechen, z.B. das Beispiel der erfolgreichen Schweiz und damit verbunden das System der ebenfalls sehr erfolgreichen Volksabstimmungen, gibt es in der Argumentationskiste der Medien scheinbar nicht.

Analog dem Zeitgeist huldigende, die komplexe Realität bewusst negierende Selektion von Informationen kann man auch in den Berichten über Gewalttaten verfolgen. Groß aufgemacht wird über die Attacke russischer Hooligans auf spanische Antifa-Leute in Köln berichtet. Doch die vielen Angriffe von Immigranten auf Deutsche ohne Migrationshintergrund schaffen es allenfalls auf die hinteren Seiten von Lokalblättern, und dann meist in geheimnisumwobenem Geraune von irgendwelchen "jungen Männern", die sich nicht zu benehmen wussten bzw. in Zukunft wohl statt kriminell politisch korrekter als "verhaltensoriginell" bezeichnet werden sollten. Anders sieht es in unserer Presse aus, wenn die Angreifer Bio-Deutsche sind. Was für ein Aufatmen ging durch die Medien, als herauskam, dass der Messerstecher von Grafing, "Paul H.", trotz seiner Allahu Akbar Rufe als "echter Deutscher" identifiziert werden konnte, obwohl das inzwischen aber weniger klar zu sein scheint. Ebenso wäre der Aufmacher über die russischer Hooligans in Köln bestimmt nicht halb so interessant gewesen, wäre von irgendwelchen Spaniern berichtet worden, die von irgendwelchen Männern beim Verteilen von irgendwelchen Zetteln verprügelt worden sind. [Zum Vergleich: letzten November wurde in Berlin während eines meiner Besuche dort ein spanischer Tourist grundlos auf offener Straße erstochen. Das Verbrechen hat es gerade noch zu einer kleinen Notiz in der Berliner Morgenpost geschafft.]

Bei Talk-Shows wird, wenn's gar nicht mehr anders geht, eine Einzelperson eingeladen, die dem politischen Einheitskurs der Partei CDUCSUSPDFDPGRÜNEDIELINKE politisch entgegensteht. Auffällig ist in solchen Fällen immer die mediale Inszenierung. Das Publikum ist grundsätzlich sorgfältigst ausgewählt, überwiegend aus jungen Frauen bestehend und deutlich erkennbar stark mit bekopftuchten Migrantinnen durchsetzt. Begleitet wird das Ereignis mit einer gut geölten Beifalls-Choreographie. Da kann der hinzurichtende Kandidat oder die hinzurichtende Kandidatin noch so gute Argumente vorbringen, er oder sie wird keinen oder allenfalls einmal spärlich dosierten Beifall bekommen. Begeisterter Beifall ist dem angesagten politischen Einheitskurs vorbehalten, selbst wenn die vorgebrachten Argumente erbärmlich sind.

Professionell-manipulative Kameraführung

Eine professionell-manipulative Kameraführung tut ein Weiteres: Die geäußerten unbequemen Meinungen des Minus-Protagonisten werden mit der verächtlichen Mimik der politisch korrekten Plus-Protagonisten und der erkennbar dem mainstream verpflichteten Moderatorin konfrontiert. Sogenannte Rechtspopulisten werden vorgeführt und vor einem Millionenpublikum demontiert. Wäre es technisch möglich, würde man sicher noch den externen "Johl-Faktor" ins Studio übertragen. Erstaunlich ist, dass die Rechnung gelegentlich trotzdem nicht aufgeht, wie man dann am anderen Tag den Kommentaren von Zuschauern im Internet entnehmen kann. So schmettert bei solche Gelegenheiten etwa Thilo Sarrazin die meisten Angriffe mit großer Überlegenheit ab, und – peinlich, peinlich – fast alle kriegen es mit.
Eine persönliche Erfahrung passt nahtlos in die hier beobachtete Uniformität der Medien. Jetzt sind wir aber in der Provinz, nämlich in einer süddeutschen etwa 8000 Einwohner zählenden Kleinstadt, mit der ich aus privaten Gründen einigermaßen vertraut bin. Dort sind über einen kurzen Zeitraum 200 oder mehr Asylbewerber untergebracht worden. Weitere werden folgen. Die Ansiedlung der Menschen erfolgte, wie immer, ohne Rücksprache mit der Bevölkerung. Der wenig begeisterte Bürgermeister wurde mit dem Vorgang als "alternativlos" konfrontiert. Mittlerweile soll es in dem Örtchen auch schon eine Moschee geben, – selbstverständlich betrieben von der AKP-gesteuerten DİTİB, mächtiger Arm eines weithin bekannten türkischen Spitzenpolitikers. Aus Gesprächen mit Einheimischen weiß ich, dass die Bevölkerung dieser Entwicklung gegenüber äußerst negativ eingestellt ist. Gewisse Erfahrungen mit den Zugewanderten hätten diese Einstellung bestärkt. Die Polizei würde nach Aussagen einer Geschäftsinhaberin regelmäßig wegen Schlägereien unter den Asylanten gerufen, einige von ihnen wären inzwischen schon mal "auf Urlaub" in ihre Heimat geflogen und dann wieder gekommen, andere hätte vor ihrer Umsiedlung in eine neue Unterkunft die Küche mit der Toilette verwechselt, um die Beobachtung appetitlich zu formulieren. Nichts davon sickert in die Berichterstattung der Lokalpresse. Dort liest man zu dem Thema allenfalls Beschönigendes. Kritisches begrenzt sich auf reichlich kryptische Ausführungen, in denen von einer nicht näher spezifizierten "Besorgnis" der Bürger die Rede ist. Konkrete Gründe für die Besorgnis werden nicht genannt. Obwohl man zwischen den Zeilen die heftigen Probleme förmlich riecht, die hier im Untergrund brodeln, bemüht sich die Lokalpresse nach außen hin krampfhaft um Sonnenschein.

Lokalpresse sucht Sonnenschein

Meine schriftliche Anfrage bei der Lokalpresse bezüglich der in meinen Augen nicht zu akzeptierenden selektiven Berichterstattung provozierte eine bemerkenswerte Erklärung. Wenn die Bürger die offiziellen Gelegenheiten, Bürgerversammlungen etc. zur Kritik an den Vorgängen nicht ausnutzten, wäre das nicht das Problem der Medien. Das Problem, so der zuständige Redakteur, sei: „Sie finden kaum einen Bürger, der sich dazu namentlich in der Presse äußern würde, da er befürchten muss, anschließend als Rechtsradikaler abgestempelt zu werden" (O- Ton der Lokalredaktion). Mein Vorschlag, die Meinungen und Erfahrungen der Bürger dann einfach in anonymisierter Form zu veröffentlichen, wurde nicht beantwortet. Erstaunlich ist, dass jedem Kriminellen das Recht zusteht, in den Medien anonym zu bleiben; den besorgten Bürgern steht dieses Recht offenbar nicht zu. Sie müssen sich, wenn sie in der Presse oder in Versammlungen mit ihren wirklichen Nöten zu Wort kommen wollen, ans Messer liefern. Die Dame, die mir über die obengenannten Erfahrungen mit Einwanderern in den Quartieren berichtet hat, sah sich beim Reden mehrmals um, um sich zu versichern, dass auch niemand anderer Zeuge ihrer Äußerung werden konnte.

Wenn Informationen nach mainstream Gesichtspunkten gezielt selektiert und Gegenpositionen zur refugee-welcome Euphorie automatisch als ausländerfeindlich, rassistisch, rechtsradikal kategorisiert werden, hat man – gesellschaftlich und politisch offensichtlich erwünscht – eine weitgehende und weitgehend freiwillige Selbstkontrolle der Medien erreicht. Ein gespenstischer Zustand, der an Schlimmes erinnert. Es war nämlich Propagandaminister Joseph Goebbels, der diese Form von Kontrolle in einer seiner Reden so charakterisierte: … Wir aber hatten, und das war in weiser Voraussicht geschehen, den deutschen Journalismus so diszipliniert, dass wir in den entscheidenden Augenblicken nicht einmal zu befehlen brauchten. Der deutsche Journalist schöpfte schon aus seinem eigenen Instinkt die Aufgaben, die in den kritischen Situationen nun für ihn erwuchsen und entstanden.
Vielfach war und ist bei uns die Rede von der "Lügenpresse". Man muss aber gar keine Lügen verbreiten. Es reicht schon, wesentliche Teile der Wahrheit zu verschweigen. Wenn ich sage, die Nationalflagge Deutschlands sei schwarz ist das keine Lüge, denn sie ist schwarz, rot und gold. Nach den Gesetzen der Logik ist die Behauptung, die Nationalflagge Deutschlands sei schwarz, also keine Lüge, denn sie IST ja schwarz. Sie wäre aber, wie jedes Kind sieht, eine Irreführung, denn sie verschweigt wichtige weitere Aspekte. Würde die Information hier enden, so hätte man ziemlich windschiefe Vorstellungen von der Beschaffenheit der Flagge. Sie wäre z.B. von der des IS nicht gut zu unterscheiden.

Hier landen wir in einem Zusammenhang, an den Bertolt Brecht (1898-1956) zu seinen Lebzeiten bestimmt nicht gedacht hätte, als er das Gedicht An die Nachgeborenen schrieb. Dort lautet eine der bekanntesten Strophen:
Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

Gastautor Dr. Josef Bayer ist Professor für Allgemeine und Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Konstanz.

Quelle: http://www.rolandtichy.de/gastbeitrag/meinungswaesche/

Thursday, June 23, 2016

Unter den Christen geht die Angst um

Gläubige Muslime weltweit feiern derzeit den islamischen Fastenmonat Ramadan. Was dahinter steckt, haben wir für Sie zusammengefasst. Quelle: Die Welt
Viele Muslime verzichten im Ramadan tagsüber auf Essen und Trinken. Einige fordern das auch von christlichen Migranten. Nicht der einzige Konflikt zwischen den Religionen im Flüchtlingsheim.
Datteln und Wasser stehen ab neun Uhr auf den Tischen. Dann füllt sich der Hangar eins des ehemaligen Flughafens Tempelhof in Berlin. Nach und nach holen sich die Menschen ihre Teller mit Abendessen. Doch gegessen wird erst, wenn der Gebetsruf ertönt: pünktlich zum Sonnenuntergang.
Es sind lange Tage, die gläubige Muslime im Ramadan fastend durchstehen. Ungewöhnlich lang gerade für die Flüchtlinge aus dem orientalischen Raum, die einen früheren Sonnenuntergang gewohnt sind.
Eine Herausforderung, körperlich wie psychisch. Und logistisch: Denn für die Heime bedeutet der Ramadan zusätzlichen Aufwand. Gleich zwei zusätzliche Essenstermine mussten in Tempelhof für den Fastenmonat eingerichtet werden, einer am späten Abend und einer zur Frühstücksausgabe in der Nacht – zusätzlich zu den drei regulären Essensausgaben für die Bewohner, die nicht fasten.

Mehr Sozialarbeiter während des Ramadan

Etwa 600 der 1300 Bewohner hätten sich für das Fasten angemeldet, sagt Maria Kipp, Sprecherin des Betreibers Tamaja. Vorsorglich wurden die Sozialarbeiterstunden während des Ramadan aufgestockt, um mögliche Spannungen schnell zu beheben. Insgesamt sei die Stimmung aber eher ruhiger als sonst. "Uns sind keine Probleme bekannt."
Ein Eindruck, den der Berliner Pfarrer Gottfried Martens nicht teilen kann. Von Ruhe könne jedenfalls schon einmal nicht die Rede sein, erzählt Martens, der Berlins größter christlicher Flüchtlingsgemeinde im Ortsteil Steglitz vorsteht. Viele seiner Gemeindemitglieder beklagten sich darüber, dass sie die ganze Nacht nicht mehr schlafen könnten, weil sie vor allem in den Hallen, aber auch in den Heimen gezwungen seien, den Tag-Nacht-Rhythmus der großen Mehrzahl der Heimbewohner mitzumachen. "Ich merke das jetzt hier in der Gemeinde, dass die Leute, wenn sie zu uns kommen, völlig erschöpft sind und mitunter gleich einschlafen, wenn sie sich hier hinsetzen."
Auch von diversen kleinen Schikanen werde ihm berichtet. Nicht zuletzt sei es der muslimische Wachschutz, der versuche, auch christliche Bewohner zur Einhaltung des Ramadan zu zwingen: "Wenn sie wegen der Schule ein paar Minuten später zum Essen kommen, wurde das sonst für sie noch bereitgehalten. Jetzt während des Ramadan ist angeblich immer kein Essen mehr da", sagt Martens. In einem Heim seien sämtliche Kühlschränke nur noch für Muslime reserviert. "Christen dürfen darin während des Ramadan nichts unterbringen." Viele seiner Schützlinge seien inzwischen sehr resigniert.

Radikale Muslime setzen Andersgläubige in Heimen unter Druck

Und auch von der Politik ist Martens enttäuscht. Allzu oft werde lieber den Heimbetreibern als den Betroffenen geglaubt – zumal es im Nachhinein sehr schwer nachzuweisen sei, ob eine Auseinandersetzung religiöse Hintergründe hatte oder nicht. "Das Thema wird von den Verantwortlichen ausgesessen."
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert deshalb die Einrichtung einer staatlichen Notrufnummer für Opfer von Mobbing, Drohungen und Gewalt in Flüchtlingsunterkünften. Christen, Jesiden und andere Gruppen würden immer wieder von radikalen Muslimen unter Druck gesetzt, wenn sie deren Regeln nicht folgen. In den Heimen, wo sich solche Fundamentalisten entfalten können, gehe die Angst um.
"Gerade Menschen, die sich vom Islam abgewendet haben, fühlen sich extrem bedroht. Sie gelten praktisch als Verräter", sagt IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Der IGFM lägen bereits seit Jahren Informationen von Übergriffen auf Angehörige der Minderheiten in islamischen Ländern vor, um sie im Ramadan zum Mitfasten zu zwingen. Offenbar verhielten sich nun auch einige strenggläubige Muslimen in deutschen Flüchtlingsunterkünften so.

Strenggläubige teilen Toilettenbrillen nicht mit "Ungläubigen"

Erst am vorvergangenen Wochenende habe eine vierköpfige christliche Familie aus dem irakischen Mossul im hessischen Seligenstadt nach einem gefährlichen Angriff in Sicherheit gebracht werden müssen, berichtet die Organisation. Eine Gruppe von sechs muslimischen Heimbewohnern hatte sich demnach darüber beschwert, dass die Christen die Fastenregeln nicht befolgt hätten. Schließlich griffen die Muslime die Familienmitglieder demzufolge mit Besenstielen, einer Wasserpfeife und einer Pfanne an und verletzten sie so schwer, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.
Streit über Ramadan soll Täter angestachelt haben
Nach dem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Düsseldorf sollen jetzt zwei dringend Tatverdächtige dem Haftrichter vorgeführt werden. Laut Zeugen sei der möglichen Brandstiftung ein Streit über die Einhaltung des Ramadan vorausgegangen. Quelle: Die Welt
In München bedrängte nach Angaben der IGFM eine radikalislamische Gruppe schon vor dem Ramadan alle Bewohner der Einrichtung, zu den fünf Gebetszeiten mitzubeten. Ein 20-jähriger Informatikstudent aus Homs musste den Angaben zufolge von seiner Unterkunft im bayerischen Sonthofen an einen sicheren Ort gebracht werden, weil er das Mobbing nicht mehr aushielt. Und aus mehreren Heimen habe es Beschwerden gegeben, weil strenggläubige Muslime die Toilettenbrillen während des Ramadan nicht mit "Ungläubigen" hätten teilen wollen – und es deshalb zu "fäkalen Missständen" gekommen sei, wie Lessenthin es formuliert.
Die Menschenrechtsorganisation hatte in der Vergangenheit immer wieder vor Gruppenzwang und Mobbing in bestimmten Unterkünften gewarnt. Während des Ramadan gebe es jetzt gerade aus Flüchtlingsheimen, in denen nur sehr wenige Nichtmuslime leben, sehr viele Klagen, sagt Lessenthin.

Vorauseilender Gehorsam bei Betreibern

"Häufig müssen sie dann gemeinsam mit den strenggläubigen Muslimen bis zum spätabendlichen Fastenbrechen warten, um etwas zu essen zu bekommen, weil sich eine Extraessensausgabe für die wenigen Nichtmuslime angeblich nicht lohnt", berichtet der IGFM-Sprecher. Hier herrsche auch viel vorauseilender Gehorsam seitens der Betreiber vor. Die wüssten oft nicht einmal, wer unter den Muslimen die Regeln des Ramadan befolgen möchte.
Aus Lessenthins Sicht ein "Unding". "Die Menschen, die zu uns kommen, müssen lernen, dass wir ein säkularer Staat sind, in dem Religion Privatsache ist. Warum sollte ein Nichtmuslim oder ein moderater Muslim mithungern, nur um denen, die ihre Regeln praktizieren wollen, Genüge zu tun?"
Solchen Verhaltensweisen müsse sich die deutsche Gesellschaft von Anfang an entgegenstellen, fordert der IGFM-Sprecher. "Die Menschen müssen lernen, dass sie das Land gewechselt haben. Wenn jemand in einem deutschen Flüchtlingsheim hungern muss, ist das nicht in Ordnung." Eine mehrsprachige Notrufnummer könnte dazu beitragen, "Gefährder" unter den Wachleuten und aggressiv auftretende Flüchtlinge schneller zu erkennen und Übergriffe zu dokumentieren. "Daraus könnten dann auch die Sicherheitsbehörden Rückschlüsse ziehen."

Nachtruhe im Ramadan um eine Stunde verschoben

Eine Idee, die auch der ehrenamtliche Flüchtlingshelfer Holger Michel unterstützt – auch wenn es in der Einrichtung, für die er im ehemaligen Berliner Rathaus Wilmersdorf arbeitet, bislang kaum Probleme gab. Die Unterkunft achte strikt auf religiöse Toleranz, sagte der Sprecher der ehrenamtlichen Helfer. "Wer andere diskriminiert, bekommt eine Abmahnung. Und im Wiederholungsfall muss er gehen. Da fahren wir eine Nulltoleranzlinie."
Das Thema Ramadan hätten die Betreiber bereits vor Monaten mit dem gewählten Bewohnerrat diskutiert – schließlich bringe die zusätzliche Essenausgabe am späten Abend auch erhebliche Unruhe. "Wir haben die Nachtruhe von 22 auf 23 Uhr verschoben. Aber dann muss auch Schluss sein. Schließlich haben wir hier Kinder, die am nächsten Morgen in die Schule müssen", sagt Michel.
Für Kinder gelten die Fastenregeln des Ramadan nicht. Sie dürfen erst ab der Pubertät teilnehmen, um keinen gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Doch offenbar gibt es auch immer mehr strenggläubige Familien, die sich über diese Vorsichtsmaßnahme hinwegsetzen.

Kinder manchmal zu erschöpft für den Unterricht

Das beklagt jedenfalls der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Anfragen besorgter Lehrer zeigten, dass offenbar sogar vermehrt Grundschüler während des gesamten Schultags fasteten. Die Folge sei, dass diese Kinder besonders bei steigenden Temperaturen zu erschöpft sind, um noch am Unterricht, an Klassenarbeiten oder Sportfesten teilzunehmen.
Der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann sagt: In der Regel gingen muslimische Eltern verantwortungsbewusst mit religiösen Vorschriften um. "Es ist aber eine Grenze überschritten, wenn die Gesundheit der Kinder und der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule leiden." Beckmanns Verband rät daher den Schulen, die Eltern von Kindern, die sich trotz erkennbarer Erschöpfung weigern, zu essen oder zu trinken, zu benachrichtigen, um die Kinder abzuholen.
Quelle: http://m.welt.de/politik/deutschland/article156489272/Unter-den-Christen-geht-die-Angst-um.html

Wednesday, June 22, 2016

Zwei Morde in ihrer politischen Sicht

Eine Labour-Politikerin wird auf offener Straße ermordet, in Frankreich ein Polizistenehepaar getötet. Es ist seltsam, wie unterschiedlich die Politik mit diesen Taten umgeht.

Am 16.06.2016 wurde die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox auf offener Straße ermordet. In Großbritannien wurde deshalb der Wahlkampf für das EU-Referendum unterbrochen. In den Beiträgen der verschiedenen Medien ist man sich noch unsicher, wie man den Täter einschätzen soll, welche Motive er haben könnte. Ist er psychisch krank, oder hat er eventuell rassistische Ansichten vertreten? Die „FAZ" titelt:

„Tatverdächtiger soll an Neonazis gespendet haben."[1]

Cox hatte für den Verbleib Großbritanniens in der EU geworben. Ein Zusammenhang mit dem Brexit-Referendum könnte vorhanden sein:

„Der Sender Sky News berichtete unter Berufung auf einen Augenzeugen, der Angreifer habe ,Großbritannien zuerst' und ,Vorrang für das Vereinigte Königreich' gerufen. ,Großbritannien zuerst', beziehungsweise ,Britain First', ist  auch der Name einer rechtsradikalen Partei."

Die Schuld relativieren?

Es ist demnach nicht auszuschließen, dass der Mann auch aus rechtsradikalen Überzeugungen heraus die Politikerin attackiert und getötet hat. Der Tod der zweifachen Mutter ist entsetzlich und sinnlos, trotzdem soll in diesem Beitrag ein Vergleich angestellt werden, weil entsetzliche Taten sogenannter „Einzeltäter" sich offenbar in letzter Zeit häufen.

Man stelle sich vor, ein deutscher Politiker würde nach dieser Tat in Großbritannien oder nach einer ähnlichen Tat eines überzeugten Rechtsextremisten in Deutschland die Behauptung aufstellen,

„dass eine solche Radikalisierung keine Frage der politischen Überzeugung oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten radikalen Gruppe sei. Es gehe um dieses sich komplett ausgeschlossen Fühlen auch in der Gesellschaft, nicht dazugehörig zu sein, so einen starken Hass auch auf die Gesellschaft, dass man bereit sei, dann zu Waffen zu greifen und sich zu radikalisieren".[2]

Es ist klar: würde jemand auch nur ansatzweise versuchen, einen von Rechtsextremisten verübten Mord derart skandalös zu relativieren bzw. die Schuld vor allem in den mangelhaften gesellschaftlichen Zuständen zu sehen, würde das – absolut zurecht – ins politische und gesellschaftliche Abseits führen. Mainstream und unabhängiges Internet wären sich in nie gekannter Weise einig.

Gehen wir etwas in der Zeit zurück. Am Montagabend, dem 13. Juni 2016, ermordete im französischen Magnanville ein Franzose arabischer Abstammung brutal einen französischen Polizisten und dessen Ehefrau:

„Larossi Abballa hatte im Ort Magnanville rund 55 Kilometer von Paris entfernt einen Kriminalkommissar vor dessen Haustür mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt. Danach drang er in das Haus seines Opfer sein, wo er dessen Frau und Kind als Geiseln nahm. Eine Spezialeinheit der französischen Polizei verhandelte mehrere Stunden erfolglos mit dem Attentäter. Schließlich stürmte sie die Wohnung (…), berichtet ARD-Korrespondentin Kerstin Gallmeyer im DLF. Um 0:49 Uhr meldete die Polizei via Twitter, dass der Einsatz beendet sei.
Bei der Polizeiaktion wurde der Angreifer erschossen. In der Wohnung entdeckten die Beamten die Leiche der Frau. Sie hatte im französischen Innenministerium gearbeitet. Das dreijährige Kind des Paares wurde unverletzt geborgen, stand aber unter Schock."[3]

IS-Bekenntnis ignoriert

Der Täter bekannte sich offen zur Terrormiliz IS. Mit Bezug auf diese Tat kam es dann zu einem Interview im Deutschlandfunk mit der grünen Politikerin Franziska Brantner (Mitglied des Bundestags, Mitglied und stellvertretende Vorsitzende der deutsch-französischen Parlamentariergruppe), aus dem die oben zitierte fiktive Äußerung zu einer Tat von Rechtsradikalen nur leicht verändert und unter Auslassung des religiösen Bezugs entnommen wurde:

„Das zeigt ganz klar, dass es nicht nur eine Frage der Migration ist, auch nicht eine Frage der Religion oder Religionszugehörigkeit, sondern dieses sich komplett ausgeschlossen fühlen auch in der Gesellschaft, nicht dazugehörig zu sein, so einen starken Hass auch auf die Gesellschaft, dass man bereit ist, dann zu Waffen zu greifen und sich zu radikalisieren."[4]

Das war ein Teil der Antwort auf die Frage, welche Auswirkung dieser Mordfall auf die Diskussion in Frankreich haben würde, wobei sich Interviewer und Interviewte einig sind, dass der Täter keinen Migrationshintergrund habe, da er ja französischer Bürger und in Frankreich geboren sei. Deshalb habe die Mordtat nichts mit Religion oder mit Migration zu tun. Dass der Täter Moslem ist, sich zur Terrormiliz IS bekannt hat, wird einfach beiseitegeschoben.

Bezeichnend ist auch die Hilflosigkeit der Politikerin gegenüber einer Entwicklung, die sie aufgrund ihrer Analyse zu keinem Zeitpunkt als religiöses oder kulturelles Problem ansehen will:

„Wir haben jetzt heute Morgen auch gehört, dass der Täter schon mal verurteilt wurde aufgrund von terroristischen Taten. Das ist natürlich noch mal sehr hart jetzt in Frankreich, dass man das Gefühl hat, man kannte ihn schon, er war sogar schon verurteilt, und das stellt natürlich diese Frage in den Raum, was macht man denn mit diesen Menschen, wenn sie einmal so radikalisiert sind. Wie schafft man die Deradikalisierung und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft? Ich glaube, da stehen alle Europäer noch am Anfang und fragen sich, wie gehen wir damit um, was sind gute Wege. Man weiß, dass das Gefängnis de facto die Menschen meistens eher noch weiter radikalisiert, statt sie zu integrieren in die Gesellschaft. Was ist der richtige Umgang? – Ich glaube, das sind die Fragen, die sich gerade viele Franzosen stellen: Was macht man."

Zweierlei Maß

In diesem Interview, das im DLF in voller Länge abgedruckt wurde, gibt es keine einzige konkrete Äußerung der Politikerin zum Leid der Opfer und der Hinterbliebenen. Wäre es nicht selbstverständlich, sich auch dazu zu äußern, auch wenn man nicht dezidiert im Interview dazu aufgefordert wird?

Eine seltsame und erschreckende Kälte geht von diesem Text aus, in dem eine Politikerin den Täter im Grunde zum Opfer der Gesellschaft macht. Der Doppelmord in Magnanville wird – anders kann man diese Äußerungen nicht interpretieren – in erster Linie als ein Versagen des Staates und der Gesellschaft gesehen. Der Täter selbst wird aus der Verantwortung entlassen und damit jede Möglichkeit von Vornherein unterbunden, kritische Fragen an ihn und seine Religion zu stellen, in deren Namen er nachweislich gehandelt hat.

Wenn man aber die gesellschaftlichen Zustände in diesem Fall als wahre Ursache ansieht, stellt sich die Frage, warum man es in anderen Bezügen nicht machen will.

Es wird eben mit zweierlei Maß gemessen, weil man eine Kritik am real existierenden Islam vermeiden will. Kritische Fragen an jegliche religiösen Überzeugungen zu stellen, ist das Erbe der europäischen Aufklärung, damit werden keine Religion und keine religiöse Gruppe pauschal verurteilt. In Deutschland wird offenbar diesbezüglich die Uhr zurückgedreht. Es gibt zurzeit Vorgänge (siehe auch die Inzucht-Äußerungen unseres aktuellen Finanzministers), die machen einen als Bürger zunehmend nur noch ratlos.

Quelle: http://www.geolitico.de/2016/06/22/zwei-morde-in-ihrer-politischen-sicht/

Saturday, June 18, 2016

„Freiheit statt Gender-Gedöns und Zensur“

Der katholische Theologe und ehemalige Chefredakteur des Schwulen-Magazins Männer, David Berger, hat bei einer Veranstaltung von Lebensschützern die Gender-Theorie kritisiert. Er sieht darin eine Gefahr für die Meinungsfreiheit und die Menschenwürde.

Der katholische Theologe und Kirchenkritiker David Berger, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, sieht in der Gender-Theorie die Gefahr einer „Dekonstruktion der Menschenwürde", indem das biologische Geschlecht in Abrede gestellt werde. Unter dem Titel „Freiheit statt Gender-Gedöns und virtueller Bürgerkrieg" hat der ehemalige Chefredakteur des Schwulen-Magazins Männer am Mittwoch in Berlin im Rahmen einer Vortragsveranstaltung der Christdemokraten für das Leben (CDL) referiert. „Dass der Vortrag an sich stattfindet, ist ein Plädoyer für die Meinungsfreiheit, für die Freiheit, sich zu äußern und für einen offenen Diskurs", sagte Berger. Seiner Meinung nach sind Gender-Mainstreaming und die Aushöhlung der Meinungsfreiheit auf das engste miteinander verbunden. Seit der Jahrtausendwende sei Gender-Mainstreaming ein Ziel der Europäischen Union (EU). Damit sei festgelegt, dass das Konzept in öffentlichen Betrieben und der Politik umgesetzt wird. Durch die Verfügung der EU sei ein riesiger „Gender-Apparat" entstanden. Derzeit gebe es an deutschen Universitäten rund 200 Professuren, die sich mit Gender-Studien beschäftigten, und rund 2.000 Gender-Beauftragte sowie rund 40 Institute an Universitäten.

Über die Gleichberechtigung von Mann und Frau bestehe gesellschaftlich weitgehend Konsens. „Das Problem beginnt dort, wo die Gender-Theorie die Unterscheidung von biologischem und soziologischem Geschlechtsbegriff zur Trennung extremisiert". Gender-Ideologen erklärten, man müsse sich „aus den Fesseln der Biologie" befreien. Für sie sei das Gender, das soziologische Geschlecht, entscheidend. Damit sind die Eigenschaften und Rollen in Bezug auf die Geschlechtlichkeit gemeint, die ein Mensch aufgrund seiner kulturellen und sozialen Prägung erlernt.

Demzufolge bestimme laut der Gender-Theorie die Gesellschaft letztlich, wie die Geschlechterrollen ausgefüllt würden. Das wiederum sei von sozialen Machtstrukturen abhängig. Berger macht in der Gender-Theorie auch Überschneidungen mit dem radikalen Feminismus aus, der davon ausgeht, dass er „ein Befreiungskampf ist gegen die Übergewalt des Männlichen". Nach der Gender-Theorie solle jeder selbst bestimmen, „was er sein möchte" – Mann, Frau oder etwas dazwischen. Dies klinge nach Freiheit, sei aber das Gegenteil.

Instrumentalisierung von Homosexuellen

Denn letztlich gehe es darum, diese Kategorien und Machtstrukturen zwischen den Geschlechtern durch gesetzliche Bestimmungen aufzulösen. Das sei auch der Sinn hinter der Einführung der Homo-Ehe, sagte Berger. Bei der „bürgerlichen Homosexuellenbewegung" stehe die Frage nach der Gerechtigkeit im Vordergrund. Daran sei die Gender-Bewegung nicht interessiert. „Homosexuelle werden instrumentalisiert, um eine geschlechtslose Gesellschaft herzustellen", sagte Berger. Vornamen, die eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen sind oder auch die Angabe des Geschlechts im Ausweis sollen Bergers Angaben zufolge abgeschafft und sogenannte Unisex-Toiletten eingeführt werden.

Bei der Umsetzung ihrer Ziele bedienten sich die Gender-Aktivisten gezielt der Sprache. „Sprache ist ein wichtiges Einfallstor, um seine gendertheoretischen Überlegungen durchzusetzen." Zum Post-Gender-Phänomen gehöre etwa, dass sich Justizminister Heiko Maas gegen Sexismus in der Werbung einsetzte unter dem Motto: „Wir wollen nicht ständig nackte Männer und nackte Frauen sehen."

Das Ende von Hetero- und Homosexualität

Die Autorin und Journalistin Birgit Kelle habe erkannt, was Maas eigentlich störe: „Männer die wie Männer aussehen und Frauen, die wie Frauen aussehen mit den entsprechenden Merkmalen". Stattdessen möchte man den „genderfluiden Menschen haben", zunehmend auch in der Werbung – also einen, dessen Geschlecht nicht festgelegt, sondern variabel ist. Die Tendenz dazu ist nach Ansicht Bergers auch in der Kunstszene der Travestiekünstler erkennbar, die in Frauenkleidern und mit Vollbart auftreten. „Es wird bewusst beides vermischt, um das Genderfluide zum Ausdruck zu bringen."

Langsam bekämen sogar hartgesottene Feministinnen „Zahnschmerzen" angesichts der Gender-Theorie. Wenn die Geschlechter unwichtig würden, verliert auch die Rolle der Frau an Bedeutung und damit werde auch der Feminismus hinfällig. Die Gender-Theorie verwehre es Berger, ein schwuler Mann zu sein, weil es in Weltbild Männer und Frauen an und für sich nicht mehr gebe. „Die Gender-Theorie bedeutet das Ende von Heterosexualität und Homosexualität", sagte Berger. Die Gender-Theorie ist nach Auffassung Bergers eine „Verhöhnung der Naturwissenschaften".

Gender widerspricht der Menschenwürde

„Es gibt eine Natur des Menschen, die unverlierbar ist, vor aller gesellschaftlichen Determinierung", sagte Berger. Diese Natur dürfe dem Menschen nicht entzogen werden. Auf dieser Basis fuße die Idee der Menschenrechte. Der Mensch bringe etwas aus seiner Natur heraus mit, das ihm gehöre und das ihm nicht genommen werden könne, unabhängig von der Hautfarbe, der sozialen Herkunft und der politischen Gesinnung. „Mit zu dieser Natur gehört die Geschlechtlichkeit des Menschen, die er frei entfalten soll."

Die Souveränität einer Wissenschaft zeige sich immer auch im Umgang mit ihren Kritikern. Die Gender-Doktrin lasse keine Kritik an sich zu. In der öffentlichen Wahrnehmung würden Kritiker der Gender-Theorie „abgestraft mit Totschlagargumenten". Berger nannte eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung, die den Spiegel-Redakteur Jan Fleischhauer „in die Nähe der NPD verortet", weil er nach der Wissenschaftlichkeit der gendertheoretischen Lehrsätze gefragt habe. „Das ist leider typisch", erklärte Berger aus eigener Erfahrung. „Alle Kritiker der Gender-Lehre sind automatisch rechtspopulistisch bis rechtsradikal, frauenfeindlich und homophob." Gender-Kritker wie die Autorin Kelle würden „sofort in die homophobe Kiste gesteckt", um sie bloßzustellen und „Leute gegen sie zu mobilisieren." Berger stehe selbst in der Kritik der schwulen Community, weil er sich gegen die Gender-Theorie ausspricht. Deren Auffassung nach sei er ein „Rechtspopulist".

Zensur gefährdet Meinungsfreiheit

Die Auseinandersetzungen zu diesem Thema verlagern sich nach Ansicht Bergers immer mehr auf das Internet. „Die Empörungserektionen, die Shitstorms, die Organisation von Gegendemos leben ganz zentral von der virtuellen Welt und dem Internet." Seit der Flüchtlingskrise hat Berger eine Verstärkung des „virtuellen Bürgerkriegs" beobachtet, gerade nach der Kölner Silvesternacht. „Die Grenzen verschwimmen zwischen politisch gewollter, veröffentlichter und öffentlicher Meinung zunehmend."

Ein Klima der Gewalt und des Hasses im Internet und den sozialen Medien sei grundsätzlich abzulehnen. Als gefährlich bewertet Berger die Bemühungen, die Meinungsfreiheit im Internet einzuschränken. „Es wird versucht, zu regeln, dass kein rechtsfreier Raum entsteht, aber auch Zensur auszuüben und das Internet unter Kontrolle zu bekommen, weil die veröffentlichte Meinung nicht mehr kontrolliert werden kann."

Justizminister Maas sei darum bemüht, Facebook mit „bestimmten Meinungen" gleichzuschalten, oder Meinungen „dort zu verdrängen, die nicht in sein Konzept passen". Da werde Kritik schnell zur Hetze, sagte Berger. „Angst vor Islamisierung wird als Panikmache verstanden, wer den Papst kritisiert, ist mutiger Religionskritiker, wer den Islam kritisiert, ist islamophob und Rassist." Berger sieht in einem „willkürlichen Löschen" von Kommentaren einen Rückfall hinter rechtsstaatliche Prinzipien und die „Inquisition der katholischen Kirche". (pro)

http://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/detailansicht/aktuell/freiheit-statt-gender-gedoens-und-zensur-95716/

Schwuler Islamkritiker: Sorge vor Gewalt in Europa


Der katholische Theologe und Journalist David Berger ist wegen kritischer Äußerungen über den Islam als auch aufgrund seines eigenen Bekenntnisses zur Homosexualität teils massiver Kritik ausgesetzt
Foto: pro/Norbert Schäfer

Der katholische Theologe David Berger sitzt als schwuler Islamkritiker zwischen allen Stühlen. Nach dem Anschlag von Orlando fürchtet er einen europäischen IS – und nennt die AfD die „fortschrittlichste Partei" beim Thema Islam.


Der nach dem Stand der Ermittlungen islamistisch motivierte Omar M. hat in einem Homosexuellen-Club in Orlando 49 Menschen ermordet und etwa ebenso viele schwer verletzt, bevor er von Sicherheitskräften überwältigt und getötet wurde. Die islamistische Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Terroranschlag bekannt, der Attentäter bekundete seine Treue zu der Terrormiliz.
pro hat mit dem katholischen Theologen und Journalisten David Berger gesprochen, der sowohl wegen kritischer Äußerungen über den Islam als auch seines Bekenntnisses zur Homosexualität teils massiver Kritik ausgesetzt ist.
pro: Herr Berger, befürchten Sie Gewalt und Diskriminierung von Muslimen gegen Homosexuelle auch in Deutschland?

David Berger: Die gibt es schon lange. Sie wird nur von den Opferverbänden beharrlich totgeschwiegen. Immer hinter vorgehaltener Hand mit dem Argument: Wenn wir darüber berichten würden, könnte das ja Islamophobie und Rassismus fördern. Und gerade das wollen wir, die wir auch eine diskriminierte Randgruppe sind, nicht. Oft kommt dann der perfide-dumme Zusatz: „Die Homosexuellen von heute sind die Muslime!"

Schlagen Sie deswegen auch kritische Töne zur offenen Flüchtlingspolitik der Bundesregierung an? Was befürchten Sie durch den Zuzug von mehr als einer Million Flüchtlinge im Jahr 2015?

Es ist jetzt schon abzusehen, dass sich das gesellschaftliche Klima noch zusätzlich verschärfen wird. Eine einigermaßen menschenwürdige, geschweige denn von den Migranten erwartete Unterbringung wird nicht möglich sein. Zugleich wird an anderen Stellen gespart werden müssen. Dies führt zu einer Radikalisierung auf beiden Seiten. Besondere Sprengkraft hat die Flüchtlingspolitik, wo sie mit der Religion des Islam einhergeht. Ich mache mir gar nicht so viele Sorgen um einzelne Islam-Terroristen unter den Flüchtlingen, sondern darum, dass die Mehrzahl der muslimischen Migranten potentielle Kandidaten für einen europäischen IS darstellen.

Sie kritisieren den Islam mit sehr deutlichen Worten, auch Verständnis für Positionen der AfD klingt in Ihren Texten hier und da durch. Spielen Sie damit Rechtspopulisten in die Hände?

Dass ich Verständnis für einige Positionen der AfD habe, hängt vermutlich einfach damit zusammen, dass es sich bei den anderen Journalisten fast flächendeckend eingebürgert hat, grundsätzlich kein Verständnis für deren Positionen zu haben, nicht mal, wenn man sie sich selbst ausgedacht hat. Aber gerade bezüglich des Islam scheint mir nun mal die AfD die fortschrittlichste Partei in Deutschland zu sein.

Ist die Aussage nicht zu gewagt?
Alle anderen Parteien leben mental noch auf Multikulti-Dönergrillfesten im Berlin-Kreuzberg in den 80er Jahren. Und wem ich durch was in die Hände spiele, war mir nie wichtig. Als ich Papst Benedikt wegen seiner Homokritik hart kritisiert habe, habe ich damit auch fanatischen Atheisten und linken Katholikenhassern in die Hände gespielt. Ich wollte aber dennoch nicht schweigen.

Auf Ihrer Webseite haben Artikel Schlagzeilen wie „Kölner Berufs-Homos erklimmen neue Stufe des Islam-Masochismus". Das klingt recht polemisch …
In Zeiten einer grassierenden Dummheit, einer zum Dogma erhobenen politischen Korrektheit, die sich nach Tageslaune der Sprachpolizei ändert – man darf beispielsweise nicht mehr „Flüchtlinge", sondern muss „Flüchtende" sagen –, und einer immer mehr um sich greifenden Zensur bleiben – bevor man ganz in die Innere Emigration geht – häufig nur noch Ironie, Satire, Sarkasmus. Und da spielt halt auch Polemik eine wichtige Rolle.

Sie sind als schwuler Mann Chefredakteur des Internetportals „Gaystream", wo auch sehr kritisch mit der Community der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) ins Gericht gegangen wird. Wie beschreiben Sie Ziel und Anliegen Ihrer Arbeit?

Im Unterschied zu allen anderen Journalisten dieses Metiers, die ich in den letzten 15 Jahren kennenlernen konnte, fühle ich mich durch meine sexuelle Veranlagung nicht verpflichtet, immer zugunsten der LGBT-Community zu schreiben. Die gibt es nämlich zum einen nicht, sondern nur einzelne, personell sehr kleine Gruppen, die sich mit Hilfe von öffentlichen Geldern lautstark zu Sprechern der Community aufblähen. Für sie zu schreiben, würde zwar einen sicheren Job garantieren, wäre aber das Ende des journalistischen Arbeitens. Einen freien Journalismus gibt es in all den, teils über Werbung finanzierten Organen nicht. Deshalb sind wir den Weg von Gaystream gegangen: keine Parteibindung, keine Werbung, Meinungsvielfalt und Themen, die die breite Mehrheit der nicht organisierten Schwulen interessieren. Nach meiner Schätzung sind dies rund 95 Prozent der Schwulen in Deutschland.

Am 22. Juli, dem Vorabend des Berliner Christopher-Street-Days, feiert der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD), dem Abraham-Geiger-Kolleg und dem Liberal-Islamischen Bund einen Gottesdienst in der St.-Marienkirche am Berliner Alexanderplatz. Wie bewerten Sie dieses Signal? Gibt es von muslimischer Seite auch Toleranz für Homosexualität?

Es soll natürlich eine PR-Aktion sein. Gottesdienste verkommen ja immer mehr – zumal in den evangelischen Kirchen – auch zu einer Art kleinem Parteitag. Ich sage das gleichzeitig mit einem großen Respekt vor der lutherischen Gottesdiensttradition – nicht nur in der Kirchenmusik. Die Medien werden die Aktion entsprechend loben. Dahinter steht das bereits wissenschaftlich für obsolet erklärte Konzept der „Theologie der Religionen": Alle haben denselben Gott, haben Abraham zu ihrem Urvater und glauben alle dasselbe mit unterschiedlichen Bildern. Deshalb können sie von ihren Grundlagen auch im absoluten Frieden leben. Wer nicht weiß, wie das aussieht, soll einfach morgen Abend die Nachrichten anmachen. Ich bin kein Prophet und weiß trotzdem schon genau, dass er zu seiner Frage eine klare Antwort bekommt. Sie werden nämlich vom friedlichen Zusammenleben mit dem Islam keine einzige Nachricht erfahren. Die meisten bedrohlichen oder schlechten Nachrichten werden vielmehr in einem engen Zusammenhang mit der real existierenden Form dieses Religion stehen. Und keines der Opfer wird es trösten, wenn man ihm sagt, dass man den Koran auch ganz anders verstehen kann.
Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellten Norbert Schäfer und Moritz Breckner. (pro)

Sigmar Gabriel: Afd-Homophobie bekämpfen, Ahmadiyya-Homophobie tolerieren

Homophobie aus Richtung der AfD muss bekämpft werden. Noch viel heftigere Homophobie ist jedoch zu ignorieren oder sogar zu tolerieren, sofern sie im Namen des Islams daherkommt. Dieses scheint die politische Agenda von Sigmar Gabriel zu sein, betrachtet man eines seiner neuesten Interviews. Text: Daniel Krause

„Sie wünschen sich in das alte Westdeutschland der 1960er zurück, als Frauen zu Hause blieben und Fremde, Schwule und Lesben sich verstecken mussten und sie abends bei einem Bier ihre alten Armeelieder singen konnten", hat Spiegel Online am Wochenende SPD-Chef Sigmar Gabriel zitiert.

Homophobe Tendenzen sind in der AfD unbestreitbar, die Aussagen des obersten deutschen Sozialdemokraten sind an und für sich durchaus zustimmungswürdig. 

Das Gabriel-Paradoxon bezogen auf Frauen- und Schwulenrechte ergibt sich indes aus seinen unkritischen Haltungen gegenüber anderen, im Vergleich zur AfD nicht weniger, sondern eher noch mehr (!) sexistischen und homophoben Organisationen.

Rückständigkeit gegenüber Frauen und Schwulen toleriert Gabriel politisch
korrekt gerne dann, wenn dieser Sexismus und diese Homophobie
im Namen des Islam daherkommen.

Die extrem konservative rückständige Gemeinde Ahmadiyya brüstet sich gern damit, dass der SPD-Chef sie von ganzem Herzen und mit vollem Engagement unterstützt. Dass diese Sekte Homosexualität als „unnatürlich" verteufelt und wirre Thesen verbreitet, wonach der Genuss von Schweinefleisch die Ursache für gleichgeschlechtliche Anziehung ist, scheint für den Sozialdemokraten nicht abschreckend zu wirken.

Lösen Kräfte wie Jens Spahn das Dilemma für homosexuelle Wähler?

Für lesbische und schwule Wähler ergibt sich ein Dilemma. Islamkritik ist für diese Wählerschaft elementar wichtig, kommt seitens der AfD allerdings im Doppelpack mit einem extrem rückständigen, für Homosexuelle nicht opportunen Gesellschaftsbild daher. Umso stärker bleibt zu hoffen, dass sich mittel- oder langfristig die CDU-Kräfte um Jens Spahn einen noch zentraleren Platz als bisher auf der politischen Bühne erarbeiten. 

© Foto: By A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) (Own work) [FAL or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Quelle: http://www.gaystream.info/#!Sigmar-Gabriel-AfdHomophobie-bek%C3%A4mpfen-AhmadiyyaHomophobie-tolerieren/cjds/576174e10cf2d021c3fe0cb2

Katholiken und queere Islamophile: Wer bereitet gerade Orlando 2.0 vor?

Bei großen Katastrophen oder wenn wir in Not sind, zeigt sich meist, wer unsere wahren Freunde sind. Sie analysieren gewissenhaft und uneigennützig, was gerade passiert und versuchen dann darauf hinzuweisen, was zu tun ist, damit solch ein Unglück nie wieder passiert.

"Was gestern in Orlando passierte, kann morgen in Köln auf der Schaafenstraße 
oder übermorgen in Berlin beim CSD passieren." 

Das Massaker von Orlando ist für die Homo-Community eine solche Katastrophe mit internationaler Dimension. Denn wir alle wissen, auch wenn wir es uns nicht recht einzugestehen wagen: Was gestern in Orlando passierte, kann morgen in Köln auf der Schaafenstraße oder übermorgen in Berlin beim CSD passieren. Wer sich durch die sozialen Netzwerke klickt, bemerkt: die Angst gerade schwuler Männer ist sehr groß.

Zu dieser Angst kommt noch eine komplett verwirrende Erfahrung: Diejenigen, die sozusagen von Berufs wegen gegen homophobe Gewalt auftreten sollten, versagen katastrophal. Statt über die Ursache von Orlando zu reden, um Ursachenbekämpfung hier in Deutschland zu betreiben, kennen sie nur die Sorge, dass Schwule ihre Grundeinstellung nun von masochistisch auf islamkritisch (sie nennen das rassistisch) umstellen könnten.

Nachdem man Jahre lang islamistische Gewalt gegen Homosexuelle bagatellisiert oder verschwiegen hat, versucht man nun die Opfer von Orlando für seine eigenen Interessen und Selbstdarstellung zu instrumentalisieren.

Ganz anders verhalten sich diejenigen, die man über die letzten Jahre hin zu den Buhmännern und –frauen der Homosexuellen in Deutschland erklärt hat. Ein gutes Beispiel dafür ist die Publizistin Birgit Kelle. Bei linksgrünen Berufshomos fungiert ihr Name als auslösender Reiz für den reflexartigen Ruf: „Homophobie"!

„Es ist fahrlässig, beim Thema Islam immer nur bei Kopftuch, Burka und
Frauenrechten stehen zu bleiben und den gesamten
Themenkomplex der Homosexuellen einfach totzuschweigen."

Ausgerechnet die angeblich homophobe Birgit Kelle sagt nun, was man von den ganzen Sprechern des linksgrünen Homonetzwerks erwartet hätte. In einem Gastkommentar für die katholische Nachrichtenseite kath.net http://www.kath.net/news/55576 erinnert sie sich an einen Vorfall, der schon auf das Jahr 2013 zurückgeht: Sie sagte damals dem Redakteur von Günther Jauch und später ebenso den Kollegen von Anne Will und Co. am Telefon ihre Teilnahme zu einer Sendung zum Thema Homoehe ab und empfahl stattdessen, „sie mögen doch bitte endlich auch einmal einen Imam zum Thema „Homoehe" einladen. Denn wenn der Islam jetzt zu Deutschland gehöre, sei es nahezu unanständig, immer nur mit Vertretern der katholischen Kirche über dieses Thema zu diskutieren. Der Redakteur war hörbar kurz aus der Fassung: „Daran habe ich ehrlich gesagt noch nie gedacht", sagte er zu dem Vorschlag. Logisch, ist ja auch viel einfacher, das Publikum mit Katholiken-Bashing zu unterhalten. Und auch ganz ungefährlich.

Ich habe ihm dann noch erklärt, dass es einfach billig sei, sich bei diesem Thema nur an Katholiken abzuarbeiten oder beim Thema Islam immer nur bei Kopftuch, Burka und Frauenrechten stehen zu bleiben und den gesamten Themenkomplex der Homosexuellen einfach totzuschweigen."

Ebenfalls schon damals bemerkte Kelle: „Wenn der Islam, wie wir ihn gerade weltweit kennen lernen dürfen, aber jemals tatsächlich in Deutschland etwas zu melden hat, dann müssten wir Katholiken irgendwann in Deutschland auf die Straße gehen, um die Rechte der Homosexuellen zu verteidigen. Und, dass ich dann selbst Vorne in der ersten Reihe mitlaufen würde, weil es mein christlich-katholischer Glaube gebietet, sich schützend vor andere Menschen zu stellen."

Das man auf dieses klare Statement in Kreisen der Berufshomos nie zurückgekommen ist, zeigt, wie wenig diese wirklich daran interessiert sind, Gewalt gegen Homosexuelle in Zukunft zu verhindern. Manchmal gewinnt man sogar den Eindruck, dass sie diese ganz gerne in Kauf nehmen, um die Existenzberechtigung ihrer subventionierten Vereine und damit ihre Pöstchen, zu erhalten.

Insofern erweisen sie sich – viel stärker als die Waffenindustrie, der Papst, Donald Trump oder die AfD – als Wegbereiter von Orlando 2.0 – dann vielleicht auch ganz in eurer Nähe!

© Foto: By MiłośćNieWyklucza (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons



Wednesday, June 15, 2016

Demokratiefeindliche Zensur -,Attentat in Orlando: Obamas Klatsche für Merkel und Maas

Der Attentäter von Orlando radikalisierte sich im Internet, stellte Obama gestern auf einer Pressekonferenz fest. In der Tat, das Internet und andere öffentliche Orte quellen über vor islamistischem Hass und Anstiftung zu Mordtaten und es wird gemordet. Diese Form der Volksverhetzung lässt Merkel und Maas sonderbar kalt.

Der Terroranschlag von Orlando mitten im Präsidentschaftswahlkampf hält die USA in Atem. Klar, dass in dieser Situation der amerikanische Präsident Barack Obama höchst selbst in die Debatte eingreift. Er hat jetzt verkündet, nach Rücksprache mit seinen zuständigen Beamten versteht sich, dass es sich nach vorläufigen Erkenntnissen um einen islamistischen Einzeltäter handelte, einen sogenannten Lone Wolf, der keinerlei Beziehungen zum IS oder anderen islamistischen Organisationen hätte.

Gern macht in solchen Fällen neuerdings die politisch besonders probat erscheinende Lösung die Runde, dass es sich um einen geistig verwirrten Täter handelte. Dieser auch in diesem Zusammenhang kursierenden Behauptung hat Obama nicht widersprochen. Aber er hat darauf hingewiesen, dass es sich hier wohl auch um einen Täter handelt dürfte, der sich aus der falschen Lektüre im Internet heraus radikalisiert und entsprechend selbst angeschaltet hätte. So muss man Obama verstehen.

Ganz autonom, ohne entsprechende Vernetzung mit dem IS, soll der Täter einen Treueschwur auf eben diesen islamischen Staat, offenbar einfach so im stillen Kämmerlein vor sich hin geleistet haben. Donald Trump sagte sinngemäß, dass es zu viele Selbstanschalter gibt. Konkret weist er darauf hin, dass er solche Anschläge vorhergesagt hätte, was allerdings keiner besonderen prophetischen Gabe bedarf. Trump unterstrich seine bekannte Forderung eines Einreiseverbotes für Muslime in die USA.

Das wiederum brachte Trump den Vorwurf ein, er würde das schreckliche Attentat für seine politischen Zwecke instrumentalisieren. Diese Journalistennummer, dass nicht die Attentate oder die Terroranschläge das eigentliche Problem seien und dass es gar nicht so recht auf die ermordeten Menschen ankäme, sondern die "Rechten" oder die Trumps, die diese Anschläge für ihre unlauteren Zwecke missbrauchten, die eigentlichen und kalt zu stellenden Bösewichte seien, müssen sich die besagten Journalisten endlich mal abgewöhnen. Das ist ein wirklich menschenverachtender  Mist, um es so deutlich zu sagen, wie es ist.

Diese Art von Verdrehung der Realität, die auch Politiker aus ideologischen Gründen perfektionieren, ist unwürdig. Moralische Überlegenheit reklamieren, aber Böses bewirken, das ist wahrlich nichts Neues in der Menschheitsgeschichte, aber diese Haltung nimmt angesichts der Realität arg menschenverachtende Züge an. Hillary Clinton will dasselbe wie Trump. Sie will die Sicherheitsmaßnahmen erhöhen, „verdoppeln", obwohl sie natürlich weiß, dass das ein großer Quatsch ist, dem sie als Präsidentin auch gar keine politisch-sicherheitstechnischen Taten folgen lassen würde.
Der Anschlag galt offenkundig einem, wie man in Deutschland vielleicht sagen würde LSBTTI-Club ( Lesbisch schwul, bisexuell, transgender, transsexuell, intersexuell), konkret einem Gayclub, und der Anschlag ist offenbar aus einer extrem homophoben Überzeugung des Täters entstanden. Auch die Homophobie des Täters spielt in dieser Konstellation eine seltsam bedeutungslose Rolle.


Im Internet radikalisiert

Wie man den Fall auch dreht und wendet, Obama, und das ist ja nun nicht irgendwer, tritt mit der Überzeugung an die Öffentlichkeit, dass sich der amerikanische Täter mit afghanischen Wurzeln mindestens teilweise im „Internet" so radikalisiert hätte, dass er unter Aufgabe seines eigenen Lebens zur Tat geschritten ist.

Da man ja nun von den einschlägigen Ideologen (überall in der westlichen Welt) hört, dass Menschen sich von perversen gewalttätigen Spielfilmen oder sonstigen im Internet verbreiteten Gräueln gar nicht beeinflussen ließen, viel weniger beeinflussbar wären, als böse Konservative behaupteten, muss es sich ja wohl so verhalten, dass die Internetinhalte, von denen Obama als Urbasis des Attentates sprach, von einem Umfang und einer Grausamkeit sein müssen, die ihresgleichen suchen. Anders ausgedrückt, der Fundus für anfällige „Islamisten" sich aus dem Internet selbst zu radikalisieren, in unterschiedlichen Landessprachen versteht sich, muss einigermaßen gigantisch sein.

Und jetzt fällt das Augenmerk in diesem Zusammenhang fast automatisch auf den radikalen Kleinbürger Heiko Maas und seine Kanzlerin Angela Merkel, die sich mit ihrer politisch initiierten outgesourcten privatrechtlich basierten Facebook-Zensur-Dynamik, die beinahe die gesamte Gesellschaft zu Denunzianten degradiert, hervorgetan haben.

Klar, wer „Allahu Akbar" beim Mordversuch schreit, ist verwirrt, aber wer vor sich hinstammtischelt, die da oben seien alle Verbrecher, denen sollte man einen kurzen Prozess machen, denn er ist ein potenzieller Mörder: So seltsam verkehrt wird die Sache gehandelt. Deshalb ist es ja auch zum Lieblingssport geworden, dass etliche „Prominente" „Morddrohungen", die sie erhalten haben oder erhalten haben wollen, genüsslich und publikumswirksam öffentlich vorlesen. Weder soll man, wie unlängst der Mörder von Grafing, beim Abstechen von Menschen Allahu Akbar schreien, noch soll man (auch erkennbar tatenlos bleibende) Drohungen oder Morddrohungen gegen die Maasens oder Merkels oder wen auch immer vor sich ausstoßen, auch wenn der Ruf weit weg von der Tat oder auch nur Tatmöglichkeit geschieht.

Aber die Klatsche von Obama gegen Maas und Merkel sitzt, auch wenn Obama nicht im Geringsten an Old Germany gedacht hat, als er seinen Landsleuten verkündete, dass sich der Täter von Orlando im Internet radikalisiert hätte. Maas und Merkel, die sich sogar um Marc Zuckerberg bemüht haben und sich als wahre Helden im gefährlichen Kampf gegen entgleiste rechte Maulhelden zu präsentieren, von denen keine ernsthafte Gefahr ausgeht und die die deutsche Justiz verwirren, ignorieren den in allen Sprachen dieser Welt verbreiteten Hass inklusive tatkräftiger Anstiftung der islamistischen Terrororganisationen, wie diese Organisationen in der Öffentlichkeit regelmäßig genannt werden.
Diese teuflische Ignoranz der Hasskommentare islamistischer Provenienz, auch gegen Schwule, wie das Beispiel Orlando zeigt, ist ganz real eine der Begründungen vieler Menschen, sich entgleist gegen die deutsche Politik und gegen deutsche Politiker in diesem Zusammenhang zu äußern. Ursache und Wirkung müssen schon einigermaßen realitätsbezogen auseinandergehalten werden.

Die weltweite Realität lässt die nach meiner Auffassung verfassungsbrechende Realität der als Netzhygiene verkauften Anti-Hasskommentar-Kampagnen der Bundesregierung einschlägige NGO-Organisationen, die auch geldgierig mittun, einigermaßen pervers erscheinen.

Bis jetzt waren auch die übelsten Hasskommentare rechter Provenienz, die die neue regierungsamtliche Zensur, wie man sie nach meiner Einschätzung nennen muss, völlig ungeeignet sich selbst radikalisierende Terroristen zu generieren und zur Tat schreiten zu lassen.

Es ist vollkommen richtig: Auch Hasskommentare von rechtsradikalen Maulhelden soll es in den sozialen Netzen und in der Öffentlichkeit nicht geben. Aber die Realität und die Relationen aus den Augen zu verlieren und sich dabei in einen gigantischen Quatsch zu ergehen, ist einer Bundesregierung nicht würdig.

Islamismus ist Volksverhetzung

Obama sagt, der Täter von Orlando hätte sich im Netz radikalisiert und zwar so, dass er nicht nur  radikale Ansichten und Hasskommentare verfasste oder im Kopf hatte, sondern, dass er zu einem Massenmord tatsächlich griff. Zwischen Mordgedanke und Mordtat liegt ein himmelweiter Unterschied, glücklicherweise.

Man muss Obama vernünftigerweise glauben, dass das Netz weltweit, also auch im Westen, – Obama sprach von einem inneramerikanischen, sprich einem innerwestlichen Problem – voll ist von höchst effizient wirkender islamistischer Hetze gegen den Westen. Weil dem so ist, erhebt sich die drängende Frage, warum die USA mit ihrer allmächtigen NSA, die laut dem immer wieder gehypten Edward Snowden im Internet alles kann und alles beherrscht und auch angesichts der Tatsache, dass das Internet ohne westliche Technik zusammenbräche, sich nicht entschließen mögen, den islamistischen Hasspredigern den Netzzugang zu verwehren.

Schlimm genug, dass es viele im Westen tätige Hassprediger überhaupt gibt, die der Westen unter seinem Dach der Religionsfreiheit schützt und werkeln lässt. Noch schlimmer aber scheint es, dass deren freier Netzzugang von tätigem islamistischen Hass, auch unter so tollen Stichwörtern wie Meinungsfreiheit und dergleichen mehr mit Zähnen und Klauen verteidigt wird.
Die deutschen Hoheitsträger trifft eine Verpflichtung, Leben und Leib der Menschen zu schützen, Gefahrenabwehr zu leisten, ergo islamistische Angriffe auch im Netz, wo angeblich sonst immer die Saat gelegt wird zu unterbinden, abzuschalten.

Statt dies zu leisten, ergeht sich die Merkelregierung gegen zum großen Teil blindwütige sogenannte Hasskommentare, die es nicht geben sollte, aber die definitiv grundsätzlich keine Gefahrerhöhung für die Menschheit bringen. Heute in der Mitte der Gesellschaft rechts brüllen und morgen in der Mitte der Gesellschaft rechts morden, das ist die Logik der großen Zensurmaßnahme der Merkelregierung. Wo bleibt diese Logik in Ansehung der Realität im Netz?
Wer islamistische Hetze im Netz de facto toleriert – oder sollte man gar sagen, wider Willen unterstützt? – sollte weder sich noch andere ablenken und die große Kommentarzensur so ausgestalten, wie sie sich konkret anlässt. Klar, in Orlando gab es einen islamistischen Massenmord und die Verletzung einer sehr großen Zahl von Menschen. Nur Trump sei schlimmer und wer das Ganze, was jetzt nicht mehr zu vermeiden ist, thematisiert, spielt, so die ausgelatschte stereotype Leier, nur den Rechten in die Hände. Diesen ausgetretenen Blödsinn kennen wir ja nun. Und wir, das einfache Volk, kennen nun seit Obama gestriger Aufklärung die Tatsache der islamistischen Hetze im Netz und auch bei Facebook und in anderen sozialen Netzwerken. Unsere intelligenten Regierungen kennen diese Fakten schon länger.

Maas und Merkel befinden sich in Erklärungsnot: Warum bedarf es eines Obamas, um das islamistische Geschehen im Netz aus der Schweigespirale der Bundesregierung heraus zu holen? Wer seinen Finger so locker am Zensurhahn hat wie diese Bundesregierung, steht in einer besonderen Erklärungsnot.
Die Religionsfreiheit des Grundgesetzes schützt die Religionsfreiheit und die Religionsausübung unter dem Dach der Verfassung. Da gibt es eine klare rechtliche Hierarchie. Und warum eiert die Regierung Merkel herum wie ein besoffener Brummkreisel? Die Forderung, die sich in Dänemark durchsetzt und die auch in Deutschland – siehe Volker Kauder – thematisiert wird, dass man mal das Ganze übersetzt, was da im Netz oder sonst öffentlich einschlägig gesagt wird, nämlich den Primat der Verfassung auch faktisch durchzusetzen, kommt sehr spät. Auch ein religiös motivierter Verfassungsbruch ist Verfassungsbruch. Und damit ist zu diesem Punkt bereits alles geklärt.

Das ewige Gesellschaftsspiel namens Islamophobie verkleistert die Gehirne der Menschen, die die Gesellschaft bilden und es erschwert die angeblich angestrebte und mit Dutzenden von Milliardenbeträgen unterstützte Integration. Islamismus im Netz, den Obama jetzt angesprochen und konstatiert hat, ist zum Schutz der Gesellschaft, auch der muslimischen Teile der Gesellschaft, von Amts wegen zu ermitteln, zu verfolgen und auch zur öffentlichen Diskussion zu stellen. Islamismus ist Volksverhetzung und das müssen offenbar die Maasens und die Merkels noch verstehen lernen.

Quelle: http://www.rolandtichy.de/kolumnen/bettina-roehl-direkt/attentat-in-orlando-obamas-klatsche-fuer-merkel-und-maas/

Tuesday, June 14, 2016

Wenn das Essen zweimal hochkommt: Shitstorm im Ramadan

Miriam Koch, die Flüchtlingsbeauftragte der Landeshauptstadt Düsseldorf ist stocksauer: „Rassistische, fremdenfeindliche, sexistische, verleumderische oder beleidigende Inhalte werden von uns gelöscht, die Userin oder der User werden von uns gesperrt und bei Facebook gemeldet." Hoppala, was war da denn los? Ein Shitstorm war über die Grünen-Politikerin hereingebrochen, nachdem Sie am letzten Wochenende das hier auf ihrer Facebookseite gepostet hatte:
„Die Johanniter suchen auf der Roßstr. fürs Wochenende helfende und starke Hände! Jeweils um 11 Uhr und 4 Uhr morgens muss das Essen vom EG in die 5te Etage gebracht werden. Wer sich körperlich fit fühlt und unterstützen möchte, schickt mir eine PM mit Rufnummer. Frei nach dem Motto ›wer zuerst kommt, malt zuerst‹ werden die ersten 10 Personen dann direkt durch die Leitung vor Ort kontaktiert und kommen zum Einsatz!"

Inzwischen ist der Essenbringdienst für ramadangeschwächte Flüchtlinge Geschichte, es hat genügend freiwillige Helfer gegeben, und der Post, der soviel Unmut hervorgerufen hat, wurde von der Seite der Düsseldorfer Flüchtlingsbeauftragten entfernt, weshalb es sinnvoll ist, ihn hier noch einmal für die Nachwelt sicherzustellen.
Auf RP online äußerte die Flüchtlingsbeauftragte empört, sie habe es satt, immer wieder zu erklären, dass die Flüchtlinge bereits genug mithelfen würden und für die Essensausgabe nun einmal ein Gesundheitszeugnis nötig sei. Also, wie jetzt? Liebe Frau Koch, wieso stand davon so gar nichts in der Jobbeschreibung? Hatten die freiwilligen Helfer alle so schnell ein Gesundheitszeugnis? Und wann und wie wurde ein solches für diejenigen, die zuerst kommen und „malen" („mahlen", Frau Koch!),  zwischen 11:00 abends und 4:00 Uhr morgens ausgestellt? Mahl im Ernst, Frau Koch, haben Sie nicht wenigstens ein klein wenig damit gerechnet, dass das blöde Stimmvieh gegen die Zumutung, gesunden jungen Männern im Ramadan das Essen hinterher zu tragen, aufbegehren könnte?
Geben Sie es zu, diese behämmerte Schutzbehauptung ist doch totaler Bullshit. Denn seit 2001, also seit fünfzehn Jahren, ist für Personen, die Essen ausgeben, höchstens noch eine gesundheitliche Belehrung erforderlich. Aber diese Äußerung ist in etwa auf dem Niveau ihrer Replik gegenüber einem ihrer ehrenamtlichen Helfer, der seine Arbeit in den Schmutz gezogen sah, nachdem ein Düsseldorfer Flüchtling wegen Puddingmangels die Unterkunft abgefackelt hatte und sie dieses Verbrechen als „Einzelfall" verniedlicht haben.
Aber ich lasse lieber eine von denen zu Wort kommen, von denen Sie wünschen, sie würde die Klappe halten: „Ich bin Migrantin und würde mich schämen wenn andere mir mein Essen die Treppen hochschleppen müssten ausser sie würden dafür bezahlt und auch da würde ich nur schwer verstehen warum ich es mir nicht selber von unten holen soll." So eine rassistische, fremdenfeindliche, sexistische, verleumderische Beleidigung.
Quelle: http://www.achgut.com/artikel/gehoert_verboten_shitstorm_im_ramadan