Schauen Sie sich
dieses Bild
bitte genau an. Es wurde vor einem Monat in einem Vorort von Damaskus
aufgenommen. Von Berlin nach Damaskus sind es etwa 2.800 Kilometer
Luftlinie. So weit wie von Berlin nach Adana in der Türkei. Und nur 500
Kilometer mehr als nach Lissabon oder Reykjavik. Damaskus liegt vor
unserer Haustür. Und zugleich auf einem anderen Planeten in einem
anderen Sonnensystem. Was in Damaskus passiert ist uns so wurscht wie
das Leben auf der erdabgewandten Seite des Mondes. Nehmen Sie eine Lupe
zur Hand und fahren Sie das Bild langsam ab, von oben nach unten und von
links nach rechts. Sehen Sie etwas? Vielleicht eine Fahne von pax
christi? Das Logo der Evangelischen Akademie Bad Boll? Ein Werbebanner
für die offizielle Flagge der Friedensbewegung zum Preise von 12.50 Euro
imkl. MWSt zzgl. Versandkosten, lieferbar in drei Tagen? Die
Friedenstaube der AG Friedensforschung an der Universität
Gesamthochschule Kassel?
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| Bild: AP/ UNRWA |
Eine Delegation des Free Gaza
Movement/International Solidarity Movement, angeführt von Jeff Halpern,
Hedy Epstein und Laureen Booth, unterstützt von Dries van Agt und Gretta
Duisenberg? Können Sie in der Menge Norbert Blüm erkennen, Rupert
Neudeck oder Ruprecht Polenz? Nein? Auch nicht Geri Müller und Daniel
Vischer? Nicht einmal eine der Schlampen vom Frauendeck der Mavi
Marmara? Oder den Völkerrechtler und Leichtmatrosen Norman Paech? Sitzen
die etwa alle daheim und wärmen ihre Ärsche am Nachtstromspeicherofen,
der mit Biomasse gefüttert wird? Die dicke Gabi aus Breisgau, die
Kostümjüdin aus Sötenich ebenso wie die Meise aus Remagen? Wird
Konstantin Wecker ein Benefiz-Konzert in Damaskus geben? Wird der greise
Ströbele nach Yarmouk reisen, so wie er nach Moskau gereist ist, um
Snowden zu treffen? Oder werden wenigstens Juli Zeh und Ilja Trojanow
ein paar abhörsichere Handys in das Krisengebiet bringen?
Das wird alles nicht passieren. Denn das linksreaktionäre
Gutmenschenpack sieht keinen Grund, warum es sich aufregen, aufstehen
und protestieren sollte. Aber wenn demnächst ein paar israelische
Raketen auf Hamas- und Hisbollah-Stellungen fallen, werden sie sich wie
Rumpelstilzchen aufregen und nach Sanktionen schreien. Dieses
Rassistengesindel, das seelenruhig zuschaut, wenn Araber andere Araber
massakrieren und aus dem Komasaufen nur aufwacht, um Juden die Tugend
der Gewaltlosigkeit zu verkünden.
Quelle: http://www.achgut.com/artikel/die_schande_des_21._jahrhunderts
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